Was ist eigentlich ein Crop-Faktor?


Immer wieder gern gefragt in verschiedenen Foren und immer wieder eine endlose Diskussion. Dabei ist es doch einfach. Der Crop-Faktor ist aber nur relevant in Verbindung mit DSLR-Kameras die einen kleineren Senor haben wie das analoge
KB-Format 36x24mm.

Die Objektive die an einer DSLR oder auch SLR benutzt werden sind für KB-Format gerechnet, also 36x24mm, eben so gross wie ein Negativ oder Dia. Das Licht/Bild das hinten am Objektiv austritt verteilt sich eben genau aus diese Fläche. Bei einer Digitalen SLR ist der Sensor, der ja den Film ersetzt, nicht immer gleich gross wie ein Negativ-Format. Und wenn, dann sind das die Kameras von denen man nur träumt weil einfach zu teuer. Also sind die meinsten Sensoren kleiner als 36x24mm.

 
Auf dem Bild könnt Ihr sehen wie sich der Unterschied bemerkbar macht. Das Bild tritt hinten am Objektiv aus und verteilt sich auf die Grösse vom KB-Format, hier Rot dargestellt. Bei einem 100mm Objektiv wird also das ganze Bild auf dem Film abgebildet. Der kleinere digitale Sensor kann aber auf grund seiner Grösse nicht das komplette Bild aufnehmen. Ist der Sensor also um den Faktor 1.6 kleiner, wie zb. bei der EOS 20D/300D, wird nur ein Ausschnitt des kompletten Bildes über den Sensor aufgenommen (Rot). Und hier kommt der Moment wo sich die Geister scheiden :-) Allgemein wird dann gesagt das ein 100mm Objektiv der Brennweite von 160mm entspricht. Also 100x1.6=160, man könnte aber auch sagen das dieses Bild nur um den Faktor 1.6 beschnitten wird.

Eigentlich ist beides richtig. Allerdings bin ich der Meinung das die Brennweitenverlängerung verständlicher ist. Unterhaltet Euch mal mit einem normalen Menschen nach dem Motto: habe ich mit einem 100er aufgenommen aber durch den Crop-Faktor handelt es um einen Ausschnitt um den Faktor von 1.6 *ahhhrgg* Kann man doch gleich sagen entspricht einem 160mm Objektiv.

Bei Profis würde der Vergleich aber hinken. Schließlich gibt es zb. Richtwerte mit denen man zb. Portrais aufnehmen sollte (~85mm). Bekanntlich verzerrt ein Weitwinkel und ein Tele lässt alles etwas flacher erscheinen. Und somit sind wir auch schon voll auf der Schiene um endlose Diskussionen zu führen ;-)

Sollte hier jetzt aber nur mal darum gehen was der Crop ist und welche Defenition nun richtig ist oder nicht. In Verbindung mit dem Crop-Faktor hat man übrigens mehr Vor als Nachteile. Der grosse Nachteil sind Weitwinkel-Objektive. Ist ein 24mm an KB noch Weitwinkel siehts bei einem Crop-Faktor schon schlechter aus. Dort entspricht das dann 38.4mm (24x1.6) und als Weitwinkel nicht mehr so dolle. Dagegen gibt es 2 Vorteile. Erstens entspricht ein 300mm Objektiv durch den Ausschnitt einem 480mm, Ihr könnt ja mal ein 480er kaufen *grins*. Und zweitens wird ja nicht das volle Austrittsbild am Objektiv genutzt. Habt Ihr also eine alte Linse die nicht so dolle ist kann es sein das an der Digitalen das Bild etwas besser ist. Die Schwachpunkte der Objektive liegen ja meist in den äusseren Bereichen der durch den Crop-Faktor nicht benutzt wird.

Ich hoffe Ihr seit jetzt etwas schlauer geworden.